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Andrea Gunschera – Purpurdämmern

Deutsche Autorinnen haben sich in jüngster Zeit im Genre Fantasy für Jugendliche einen Namen gemacht. Andrea Gunschera besticht mit einer ausgefeilten und  sehr phantasievollen Handlung.

Ken lebt mit seinem gewalttätigen und alkoholkranken Vater, der oft geistesabwesenden Mutter, seinem älteren Bruder Pat, der mit einem Bein im Gefängnis steht und einem jüngeren Bruder in einem Vorort von Detroit. Sein einziges Ziel ist, den Highschoolabschluss zu schaffen und nach einem Studium genug Geld zu verdienen um seiner Mom und sich ein neues Zuhause schaffen zu können. In seinem Refugium, einem alten, verlassenen Bahnhof, trifft er auf Marielle, eine Prinzessin aus einer Parallelwelt mit magischer Begabung. Sie ist vor einer Zwangsheirat mit einem Prinzen aus einem befreundeten Volk geflüchtet. Ihre Welt wird von einem Riss bedroht und das Kind, das aus dieser Ehe entspringen soll, könnte solche großen Kräfte haben, dass es den Riss heilen kann. Ihr auf den Fersen ist der Magier Santino, ihr Freund und Berater. Er rettet Ken vor einer Racheaktion von Pats Bande und beide landen in einer Parallelwelt, die Detroit ähnlich ist, dem sogenannten Dämmer-Detroit. Auf dem Weg zurück in ihre jeweiligen Welten geraten die Drei mehr als einmal in Lebensgefahr und schon bald wird das ganze Ausmaß der Bedrohung offensichtlich.

Die Geschichte hat mich vom ersten Augenblick in ihren Bann geschlagen. Die Erzählperspektive wechselt immer wieder zwischen Marielle, Ken und Santino hin und her, das schafft Spannung und brachte mir die Figuren nahe. Während Ken und Marielle sich altersgerecht verhielten und mir vielleicht nicht ganz so nahe waren, so hat die Autorin mit Santino eine äußerst interessante Figur geschaffen, mit der auch Erwachsene sich identifizieren können. Besonders mit ihm habe ich mitgelitten und hätte ihm manches mal ganz gerne geholfen. Das Konzept der verschiedenen Welten, die nebeneinander existieren, ist sicher nicht neu, aber wie Andrea Gunschera diese verknüpft und mit welchen magischen Fähigkeiten sie nicht nur die Menschen ausstattet, ist innovativ und unglaublich phantasievoll. Nebencharaktere wie Tessa, eine ziemlich snobistische sprechende Katze mit wechselnder Fellfarbe oder einer weisen Indianerfrau, deren Heilpasten unglaublich jucken, tragen zu dem vielfarbigen Bild bei. Es ergibt sich eine phantastische, atemberaubende, nervenzerreissende, überbordende Geschichte, die eher ein Allage-Roman ist denn Jugendfantasy. Der Stil ist leichtfüßig, manchmal ein bisschen schnoddrig, aber das passt zu den Figuren und der Geschichte. Das Spannung entlädt sich in einem fulminanten Ende, das nicht alle Fragen beantwortet. Eine Fortsetzung von Purpurdämmern würde ich sehr, sehr gerne lesen, weil mich die Geschichte immer noch beschäftigt und die Figuren sich noch nicht aus meinem Kopf davongeschlichen haben. Die 512 Seiten sind vollgepackt mit einer großen Linie und vielen kleinen, liebevollen Geschichten. Ich musste konzentriert lesen, aber das fiel mir leicht, weil die Handlung so spannend ist.

Ein tolles Leseerlebnis, das ich am Liebsten gar nicht mehr beenden wollte.

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