Nachtgedanken am 6. Februar 2010 12:43
Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt über diese Vorstellung schreiben soll. Schließlich bin ich in der Pause gegangen, und das ohne krank zu sein.
Der Hauptgrund dafür war der absolut megaschlechte Platz. Wenn ich einen Hörerplatz kaufe, erwarte ich nicht, die Bühne zu sehen. Wenn ich aber, einen zugegebenermaßen sehr billigen, Sitzplatz ohne vermerkte Einschränkung kaufe, dann erwarte ich doch, etwas mehr zu sehen, als nur die gegenüberliegende Seitenwand der Bühne. Ohne sich extrem vorzubeugen, und dann natürlich dem Nachbarn voll im Blickfeld zu sein, kann man auf diesem Platz nicht mal den Bühnenboden sehen. Die Akteure habe ich zum ersten Mal erst beim Pausenvorhang zu Gesicht bekommen, da bin ich nämlich aufgestanden.
Ehrlicher wäre es hier von der Bayerischen Staatsoper, zumindest die ersten Plätze ganz außen im 1. Rang 2. Reihe entweder als Hörerplätze zu verkaufen oder gleich Stehplätze draus zu machen. Ein weiteres Ärgernis war das Programmheft. Das stammt wohl noch aus der Zeit der Premiere der Inszenierung. Ich habe absolut nichts dagegen, alte Programmhefte abzuverkaufen, bevor man sie überarbeitet. Aber 4 € für ein dünnes Heftchen auf schlechtem Papier gedruckt und lediglich mit ein paar schwarz-weiß Fotos bestückt, da stimmt dann die Relation nicht.
Falls diese Inszenierung nochmal auf dem Spielplan steht, starte ich gerne einen neuen Versuch. Was ich dem wenigen entnehmen konnte, dass ich gesehen habe, könnte sie mir durchaus gefallen.
Tags: Ärgerliches, BSO, Japanisches, Nationaltheater, Oper, Puccini, Staatsoper
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Nachtgedanken am 18. Juli 2009 00:06
Da liefen sie wieder, die Tränen, als Butterfly sich von ihrem Sohn verabschiedet. Das ist die ergreifendste Szene, die mir bisher untergekommen ist. Sehr schön finde ich auch den Summchor und die Szene, wie Sharpless ihr den Brief vorliest.
Sandra Moon war excellent heute Abend, sehr textverständlich und auch toll im Ausdruck, und auch Harrie van der Plas hat mir ausgezeichnet gefallen, ebenso wie Torsten Frisch, Florian Simson und Sonja Leutwyler in ihren Partien. Bis hin zu den kleineren Rollen, den Chor-Solisten, dem Chor und dem Orchester lieferten alle ein sehr schöne Leistung ab. Nur der Dirigent nahm hin und wieder keine Rücksicht auf die Sänger und so tönte es manchmal arg laut aus dem Orchestergraben.
Trotzdem eine toller, nachwirkender Abend, danke an alle Beteiligten!
Madame Butterfly
Freitag, 17. Juli 2009
19:30 – 22:20 Uhr
Tags: Emotionales, Gärtner, Gärtnerplatztheater, Oper, Puccini, Staatstheater am Gärtnerplatz
Passendes
Nachtgedanken am 11. Juli 2009 00:25
Das war sicher einer der ergreifendsten Abende, die ich bisher erlebt habe. Danke an Elaine Ortiz Arandes, die die Rolle der Butterfly so phantastisch gesungen und gespielt hat. Danke an den Rest, der seinen Teil zu einem unvergesslichen Abend beigetragen hat.
Freitag, 10. Juli 2009
19:30 – 22:20 Uhr
Tags: Gärtner, Gärtnerplatztheater, Oper, Puccini, Staatstheater am Gärtnerplatz
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Nachtgedanken am 5. Juli 2009 00:19
Für mich heute beides zum ersten Mal: zum ersten Mal überhaupt Madame Butterfly und zum ersten Mal im Theater meines Vertrauens.
Bereits an der Eingangstreppe begrüßt mich eine goldene, winkende Katze, die mir vage bekannt vorkommt. Die Inszenierung überträgt die Handlung in das Japan der Gegenwart und ist unglaublich gut gelungen. Die Freunde sind Cosplayer, wobei ich zu meiner Schande gestehen muss, dass ich keinen einzigen erkannt habe. Besonders interessant finde ich, dass das Cosplay auch eine erotische Komponente hat. Amerikanische Attribute werden geschickt eingesetzt, und wie sich Butterfly aus ihrem Kokon befreit, ist sagenhaft.
Der Schluss ist sehr emotional und das ist der Verdienst der großartigen Elaine Ortiz Arandes. Aber auch ausnahmslos alle anderen haben mir in ihren Rollen sehr gut gefallen. Adrian Xhema ist toll als Pinkerton, ebenso wie Sonja Leutwyler als Suzuki und Florian Simson als Goro. Er hat mir vor allem zusätzlich noch darstellerisch sehr gut gefallen. Johannes Wiedecke legte einen fulminanten Kurzauftritt als Bonze hin. Torsten Frisch kannte ich noch nicht, sein Sharpless hat mir zugeagt. Komplettiert wurde das excellente Ensemble durch Frances Lucey, Dirk Lohr, Martin Hausberg, Rotraut Arnold und einige Chorsolisten und natürlich den Chor an sich. Auch das Orchester unter David Stahl war bestens aufgelegt. Das ist nochmal ein echtes Highlight, bevor die traurige Gärtnerlose Zeit anbricht.
Zur Pause war ich noch ziemlich aufgebracht, weil die letzten Takte bereits im Applaus untergingen. Leute, das Stück ist vorbei, wenn der Dirigent seinen Taktstock ablegt und nicht, wenn der Vorhang sich langsam schließt! Am Ende konnten sich wenigstens die Ich-klatsche-aber-als-Erster so lange zurückhalten, bis der letzte Ton einigermaßen verklungen war. Ich musste noch einen Moment innehalten, zu sehr hatte mich das Gesehene ergriffen. Tosender Applaus für alle Beteiligten.
Danke für einen wunderbaren Abend!
Madame Butterfly
Samstag, 4. Juli 2009
19:30 – 22:20 Uhr
Tags: Emotionales, Gärtner, Gärtnerplatztheater, Japanisches, Oper, Puccini, Staatstheater am Gärtnerplatz
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Nachtgedanken am 27. Dezember 2008 00:39
Zur Weihnachtszeit mal wieder schöne Stimmen in der Fastprovinz. Heimkommen ist ja nun kein Thema mehr, seitdem der netteste aller Verkehrsverbünde noch eine S-Bahn hintendran gehängt hat.
Bis zur Pause dachte ich ja schon, mein lieblingsnichtunterhaltender Starentertainer hätte seine Witzchen vergessen. Schließlich begründete er das Nichtvorhandensein des Programms, dass aber trotzdem vorhanden war, mit Einsparmaßnahmen und verlegte die Met kurzerhand nach Berlin. So konnte ich die wirklich schönen Arien von Rossini, Verdi und Puccini und mit ihnen die tollen Sänger ungestört genießen. Bei der Gelegenheit fiel mir übrigens auf, dass Verdi wohl gerne bei sich selbst abgeschrieben hat, das Liebesduett zwischen Amelia und Gustav aus dem Maskenball hat eine Stelle, die ziemlich nach Traviata klingt.
Nach der Pause fiel ihm anscheinend alles wieder ein – nein, der Pseudokalauer zur Gesundheitsreform wird auch beim vierten Mal nicht besser. Den Sängern ist es zu verdanken, dass der Abend trotzdem schön war.
Tags: Figaro, Gärtner, Gärtnerplatztheater, Gehörtes, Puccini, Rossini, Staatstheater am Gärtnerplatz, Verdi
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Nachtgedanken am 17. Dezember 2008 22:44
CVH Debüt war der Anlass, mal wieder die Bohème anzusehen. Dieses Mal gefiel mir die Inszenierung deutlich besser als beim ersten Mal. Sie ist ein gutes Beispiel dafür, dass man Opern zeitlos inszenieren kann, schließlich hat sie fast 40 Jahre auf dem Buckel. Der Platz im 4. Rang war auch sehr gut, ich hatte einen guten Überblick, nur das Orchester war manchmal etwas zu laut.
Anja Harteros hat wunderbar gesungen, das Debüt von CVH war gut gelungen und daneben hat mir noch Nikolay Borchev am besten gefallen, ich bin halt nun mal ein absoluter Bariton-Fan. Ein toller Abend!
Bayerische Staatsoper
La bohème
17.12.2008
19.30 – 22.10 Uhr
Tags: Christian van Horn, Nationaltheater, Oper, Puccini, Staatsoper
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Nachtgedanken am 12. Juli 2008 10:25
Letztens hab ich einen sehr schönen und passenden Artikel bei der Mittelloge entdeckt:
Die verschiedenen Stadien eines Opernnarren.
Die hier
1. Stadium Man geht nicht hin und wieder, sondern regelmäßig in die Oper.
2. Stadium Man geht mehr als einmal in die gleiche Oper.
3. Stadium Man geht mehr als einmal in die gleiche Produktion.
4. Stadium Man geht mehr als einmal in die gleiche Produktion während einer Spielzeit, obwohl die Besetzung identisch ist..
habe ich schon durchlaufen.
Auch diese beiden Stadien kenn ich schon
6. Stadium Man beginnt zu reisen, um bestimmte Sänger in bestimmten Rollen zu hören.
7. Stadium Man hält “Sommerpause” für das schlimmste Wort der deutschen Sprache.
Bei diesen bin ich gerade im Anfangsstadium
9. Stadium Man plant seinen Urlaub nach interessanten Vorstellungen in anderen Städten.
10. Stadium Man plant seinen Urlaub so, daß man zuhause bloß keine interessante Vorstellung verpaßt.
Nur diese kenn ich noch nicht
5. Stadium Man geht mehr als einmal in die gleiche Produktion während einer Spielzeit in der gleichen Besetzung, obwohl man weder die Regie noch zwei Drittel der Besetzung mag.
11. Stadium Zu den Sehenswürdigkeiten in fremden Städten gehören Plattenläden.
12. Stadium Man errichtet eine eigene Opernhomepage.
Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Tags: Auber, Bizet, Figaro, Gärtner, Gärtnerplatztheater, Glass, Haus, Humorvolles, Lortzing, Mozart, Musical, Musikalisches, Nicolai, Oper, Operette, Persönliches, Puccini, Rossini, Sommer, Staatstheater am Gärtnerplatz, Strauß, Urlaub, Verdi
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Nachtgedanken am 25. Juni 2008 23:29
Eben noch fröhliche Männer-WG, dann Sterbezimmer einer Todkranken. So geht das bei Puccini. Und er trifft wieder voll ins Herz.
Schöne Inszenierung, klasse Ensemble. Leider steht im Spielplan schon wieder “Zum letzten Mal”. Zwar erst am 12.Juli, aber da werde ich mal wieder meinen Freundeskreis außerhalb der klassischen Musik pflegen. Wobei ich diese spezielle Freundin, die an diesem Tag ihren altermäßigen Gleichstand mit mir feiert, auch schon mit ins Gärtner geschleppt habe.
Tags: Gärtner, Gärtnerplatztheater, Musikalisches, Oper, Puccini, Staatstheater am Gärtnerplatz, Trauriges
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Nachtgedanken am 17. April 2008 01:54
Heute war ich mal wieder in der Provinz. In der tiefsten. Spannende Frage, ob ich meine letzte S-Bahn erwischen würde, entschied sich zu meinen Gunsten.
Das Konzert war unglaublich gut. Das beste von den dreien bisher. Das lag vermutlich daran, dass es diesmal nur ein Tenor war und somit mehr Raum für den Bariton blieb. Und dieser Tenor ist auch kein eitler Fatzke. Das Duett von Nadir und Zurga ist wirklich mit das schönste, was ich bisher gehört habe.
Aaaaber: wie immer stößt mir der Moderator sauer aus. Letztens schrub einer, dass seine Moderation nie ins Banale abgleiten würde. Gibt es bei einem Opern-Abend etwas banaleres als Witze über die Gesundheitsreform und Angela Merkel? Und die haben mir beim ersten Mal schon nicht gefallen, beim dritten Mal sind sie einfach nur noch – das lasse ich jetzt lieber, das wäre unappetitlich. Aber vielleicht kann sich der arme Mann keine anderen Witze mehr merken? Den Namen des Tenors konnte er jedenfalls nicht behalten. Und dass bei einem Duett von Marcello und Rodolfo aus La Boheme die Sopranistin nicht mitsingt, kann selbst ich als Opernlaie mir denken.
Trotzdem werde ich weiter Abende in dieser Besetzung besuchen. Einfach bei der Moderation auf Durchzug schalten und die wirklich schönen Stimmen genießen.
Tags: Ärgerliches, Bizet, Figaro, Gärtner, Gärtnerplatztheater, Gehörtes, Humor, Konzert, Oper, Operette, Puccini, Rossini, Staatstheater am Gärtnerplatz, Strauß
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Nachtgedanken am 15. Februar 2008 23:21
Weil es ja nun nichts wurde mit Barcelona, hab ich mir noch schnell eine Karte gekauft. Sehr schön. Da musste ich mir am Ende ein paar Tränchen aus dem Augenwinkel wischen.
Anders als bei Carmen im übrigen. Da schniefte nur letztens eine neben mir so laut, dass ich ihr wortlos meine Notfall-Taschentücher rüberreichte.
Sandra Moon war wieder toll. Sie bringt die Schwindsucht gut rüber, auch wenn sie unter der vielen Schminke aussieht wie das blühende Leben. Gary Martin und Adrian Xhema beide mal wieder excellent. Das mag ich übrigens am Gärtner so: eben sieht man sie noch auf der Bühne, jetzt in der U-Bahn. Oper zum Anfassen.
Staatstheater am Gärtnerplatz
La Bohème
Freitag, 15. Februar 2008
19.30 – 22.00 Uhr
Tags: Gärtner, Gärtnerplatztheater, Gehörtes, Oper, Puccini, Staatstheater am Gärtnerplatz, Theater
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