Archives

  • 2017 (37)
  • 2016 (37)
  • 2015 (62)
  • 2014 (68)
  • 2013 (141)
  • 2012 (152)
  • 2011 (163)
  • 2010 (181)
  • 2009 (280)
  • 2008 (213)
  • 2007 (33)
  • 2006 (21)

Kategorien

Frisch eingetroffen: Edna O’Brien – The Little Red Chairs

One night, in the dead of winter, a mysterious stranger arrives in the small Irish town of Cloonoila. Broodingly handsome, worldly, and charismatic, Dr. Vladimir Dragan is a poet, a self-proclaimed holistic healer, and a welcome disruption to the monotony of village life. Before long, the beautiful black-haired Fidelma McBride falls under his spell and, defying the shackles of wedlock and convention, turns to him to cure her of her deepest pains.

Then, one morning, the illusion is abruptly shattered. While en route to pay tribute at Yeats’s grave, Dr. Vlad is arrested and revealed to be a notorious war criminal and mass murderer. The Cloonoila community is devastated by this revelation, and no one more than Fidelma, who is made to pay for her deviance and desire. In disgrace and utterly alone, she embarks on a journey that will bring both profound hardship and, ultimately, the prospect of redemption.

Moving from Ireland to London and then to The Hague, THE LITTLE RED CHAIRS is Edna O’Brien’s first novel in ten years — a vivid and unflinching exploration of humanity’s capacity for evil and artifice as well as the bravest kind of love.

Link zur Leseprobe

Edna O’Brien, author of the Country Girls trilogy, A Fanatic Heart, The Light of Evening, Saints and Sinners, and other widely acclaimed books, is a recipient of the Ulysses Medal, the 2011 Frank O’Connor International Short Story Award, the Los Angeles Times Book Prize, the National Arts Club Gold Medal, and the Irish PEN Lifetime Achievement Award, and is an honorary member of the American Academy of Arts and Letters. Her memoir, Country Girl, received the Argosy Irish Nonfiction Book of the Year prize from the Irish Book Awards. Born and raised in the west of Ireland, O’Brien has lived in London for many years.

Ähnliche Artikel

Jem Lester – Shtum

Ungekürzte Lesung
9:20 Stunden
Sprecher
Hörprobe bei audible *klick*

Zum Inhalt
Ben Jewell selbst und seine Ehe stehen kurz vor dem Zerbrechen.

Sein 11-jähriger Sohn Jonah ist autistisch, spricht weder mit seinen Eltern noch mit Lehrern und Ärzten und lebt fast völlig in sich selbst zurückgezogen. Als Ben und Jonah gezwungenermaßen zu Bens Vater Georg ziehen müssen, wohnen drei Generationen Jewells unter einem Dach – einer, der nicht sprechen kann und zwei, die nicht miteinander sprechen wollen.

Ben kämpft mit Behörden, Sozialarbeitern, Ärzten, seiner Familie und seinen eigenen Dämonen. Dabei lernt er eine Menge über sich selbst und andere, nicht weniges davon unangenehme Erkenntnisse.

Jonah, der in seiner eigenen Welt lebt, zwingt die Erwachsenen dazu, miteinander zu reden.

Zum Autor
Jem Lester arbeitet für neun Jahre als Journalist und erlebte den Fall der Berliner Mauer selbst mit, unterrichtete für neun Jahre Englisch und Medienkunde in weiterführenden Schulen. Er hat zwei Kinder, eines davon autistisch. Aktuell lebt er in London mit seiner Partnerin und ihren beiden Kindern.

Zum Sprecher
David Thorpe ist ein britischer Schauspieler und Sprecher von über 100 Hörbüchern.

Meine Meinung
Der Titel „Shtum” ließ mich auf ein Buch mit jüdischem Bezug schließen, die Inhaltsangabe hingegen klang ganz anders und machte vorsichtig neugierig. (Vorsichtig, weil mir Jean-Louis Fourniers autobiographischer Roman über das Leben mit seinen zwei schwerbehinderten Söhnen in sehr schlechter Erinnerung ist. Wo fahren wir hin, Papa? – Jean-Louis Fournier)

Jonah bereitet seinen Eltern nicht wenige Sorgen. Interaktive Kommunikation mit ihm ist in der Regel nicht möglich, er ist inkontinent, kann in Stresssituationen sich selbst und Andere verletzen und in der Förderschule hat er in sechs Jahren kaum Fortschritte gemacht, außer körperlichem Wachstum und viel Kraft. Jetzt steht der Wechsel auf eine weiterführende Schule an und im Schulbezirk wird an allen Ecken und Enden gespart. Da sind 200.000 Pfund pro Jahr für das von den Eltern ersehnte spezielle Internat nicht vorgesehen.

Anders als Rain Man verfügt Jonah auch nicht über die Inselbegabung, die viele Menschen im Umfeld seiner Eltern automatisch erwarten. Sind nicht alle Autisten in einem bestimmten Bereich hochbegabt? Jonah nicht und diese Erwartungshaltung frustriert seine Eltern noch zusätzlich.

Aus einem Grund, den ich hier nicht verraten möchte, wird entschieden, dass Ben und Jonah erstmal zu Bens Vater Georg ziehen sollen. Dies ist eine nicht weniger explosive Mischung, auch wenn die Ressentiments zwischen Georg und Ben anderer Natur sind als zwischen Ben und seiner Frau Emma, eine erfolgreiche Anwältin. Emma wünscht sich sehnlichst ein zweites Kind, Ben hat Angst vor einem weiteren schwierigen Kind, gibt sich selbst die Schuld an Jonahs Problemen.

Ben selbst ist nie wirklich erwachsen geworden, verlor seine Arbeit, weil er zu viel trank und ist jetzt offiziell in der Catering Firma seines Vaters angestellt, ohne sich dort in irgendeiner Form zu engagieren. Dementsprechend ist das Verhältnis zwischen Vater und Sohn, Georg macht kein Hehl daraus, dass er nichts von Ben hält. Für Georg ist das tägliche Zusammenleben mit Jonah neu und er tritt seinem geliebten Enkel unbefangener gegenüber als dessen Eltern, erzählt ihm z.B. liebevoll und unermüdlich sehr persönliche Gute-Nacht-Geschichten.

Auf sehr einfühlsame und intensive Weise fesselt Ben Lester seine Leser, nimmt sie mit in das Leben eines Alleinerziehenden eines heranwachsenden schwer autistischen Sohnes. Offiziell wird das Buch als Roman verkauft, ist jedoch deutlich autobiographisch. Bens Ernüchterung, wenn die Kinder der Freunde Entwicklungssprünge machen, Jonah jedoch „an der grünen Ampel stehenbleibt“, keiner der zu Beginn der Grundschule zugesagten Fortschritte sechs Jahre später eingetroffen ist und Jonah in sich selbst versunken schweigt, während seine Familie sich nichts sehnlicher wünscht, als ein paar Worte von ihm, um sein Innenleben verstehen zu können.

Die Liebe, die Ben für seinen außergewöhnlichen Sohn empfindet, ist stets spürbar. Jonah liebt Schneekugeln, herumfliegende Federn und nackt im Garten herumzulaufen, teilt seine Freude jedoch kaum.

Die pseudo-verständnisvollen Mitarbeiter mancher Behörden lassen die Leser bzw. Zuhörer fast genauso verzweifeln wie Ben, auf der einen Seite Vorschriften und vermutlich teilweise Überlastung, auf der anderen die sehr persönliche und intensive Sorge um die Zukunft des eigenen Kindes.

Der Titel „Shtum“ ist perfekt gewählt, Jonah kann nicht sprechen, sein Vater und Großvater wollen nicht miteinander sprechen und haben viele Geheimnisse voreinander. Jetzt endlich werden sie gezwungen, sich einander anzunähern und auch ein anderes Verhältnis zu Jonah zu entwickeln.

David Thorpe ist für Ben der ideale Sprecher, vermittelt die Stimmung unterschiedlichsten Situationen und versteht es geschickt, jeder der Figuren eine eigene Stimme zu geben.

Fazit
Ein sicherlich weitgehend autobiographischer Roman über das Leben als Vater eines schwer autistischen Sohnes, der weder mit seiner Umwelt kommuniziert, deutliche Fortschritte in seiner Entwicklung macht, noch über die von vielen erwartete besondere Inselbegabung verfügt. Ben Lester zeigt meiner Meinung nach sehr einfühlsam und realistisch die täglichen kleineren und großen Probleme, die Gedanken und Gefühle der Erwachsenen und versucht auch, die (vermuteten) Gefühle des 12-jährigen Jonah darzustellen.

Alle Hauptfiguren sind lebendig und überzeugend aufgebaut, keine von ihnen auf den ersten Blick ein Sympathieträger, doch alle mit meist nachvollziehbaren Motiven.

„Shtum“ ist ein besonderes Buch, von dem ich hoffe, dass es auch bald auf Deutsch erscheint und seinen realen Hauptfiguren das Allerbeste wünsche.

Ähnliche Artikel

Linda Castillo – Among the Wicked

Ungekürzte Lesung
9:30 Stunden
Sprecherin: Kathleen McInerney
Hörprobe bei Audible: *klick*

Zum Inhalt
Kate Burkholder wird in diesem Fall von einer Dienststelle im Staat New York um Unterstützung gebeten. In einer sehr zurückgezogen lebenden amischen Gemeinde wurde ein 15-jähriges Mädchen tot aufgefunden und der Fall wirft bei den „englischen“ Behörden einige Fragen auf, zu denen die amische Bevölkerung schweigt. Kate wird gebeten, sich als Amische auszugeben und so vor Ort mehr Informationen zu sammeln.
John Tomasetti ist vehement gegen diesen Einsatz, nicht nur, weil Kate über keinerlei entsprechende Erfahrung verfügt, sondern auch weil sie praktisch von der Außenwelt abgeschnitten wäre, ohne moderne Möglichkeiten der Fortbewegung oder Kommunikation.
Als jedoch der Eindruck entsteht, dass Kinder, insbesondere Mädchen in dieser Gemeinde gefährdet sind, kann Kate nicht mehr ablehnen…

Zur Autorin (vom Verlag)
Linda Castillo wurde in Ohio geboren und arbeitete lange Jahre als Finanzmanagerin, bevor sie sich der Schriftstellerei zuwandte. Ihre Thriller, die in einer Amisch-Gemeinde in Ohio spielen, sind ein internationaler Erfolg.

Zur Sprecherin
Kathleen McInerney ist in den USA als Schauspielerin tätig, u.a. auf Bühnen in New York, sowie als Sprecherin von Radio-Hörspielen, Hörbüchern und Cartoons.

Meine Meinung
Endlich ist er da, der achte Fall um Kate Burkholder, in dem der Schauplatz nicht das bereits vertraute Painters Mill, sondern Roaring Springs im Staat New York ist.

Dort soll Kate eine sehr konservative und zurückgezogene Gemeinde von Swartzentruber Amischen infiltrieren soll. Somit wird sie sehr kurzfristig in ein Leben geworfen, das sie in ähnlicher Form vielleicht selbst geführt hätte, noch dazu aus ihrer vertrauten Umgebung in den eisigen Winter im abgelegenen Norden, in mehr als einer Hinsicht weit entfernt von Tomasetti.

Der Krimifall ist wie üblich überzeugend konstruiert. Eigentlich ging es um die tote 15-Jährige und mögliche Kindeswohlgefährdungen in dieser Gemeinschaft, in der jedoch nichts so ist, wie es oberflächlich zu sein scheint – mehr möchte ich nicht verraten. Am Ende war es vielleicht ein wenig schnell und zu dramatisch, da hätte ich Kate gerade in jener Situation etwas mehr Umsicht gewünscht und auch zugetraut. Wobei die Auslösung in sich sehr schlüssig ist und nachdenklich über die menschliche Natur macht.

Für mich viel interessanter und gelungener ist die Darstellung von Kates inneren Kämpfen. Das Leben als (Schein-)Amische weckt bei ihr viele Erinnerungen und macht ihr immer wieder bewusst, wie unterschiedlich menschliches Verhalten und die Werte ihrer beiden Welten sind. Auf der einen Seite fast völliger Verzicht auf moderne Technik, eine eng verwobene Gemeinde, insbesondere für Frauen starke Einschränkungen aber auch enge Freundschaften und eine intensiv gelebte Religiosität, auf der anderen Seite ihre Rolle als Chief of Police und das (unverheiratete) Leben an der Seite von Tomasetti, in der sie ihre Erfüllung sucht.

Ihr wird immer wieder bewusst, dass sie sich schon als Kind schwer in der Gemeinschaft und dem Alltagsleben der Amischen tat, würde aber heute wie damals gerne dazugehören können – gleichzeitig möchte sie jedoch ihre Möglichkeiten und Freiheiten bei den „Englischen“ nicht aufgeben, wo sie eher nach ihren Neigungen leben kann. Diese Zerrissenheit spielt eine wichtige Rolle und zieht die Leser bzw. Zuhörer meiner Meinung nach sehr tief in die Geschichte. Die erwachsene Kate sieht ihre Mutter in einem ganz anderen Blickwinkel und auch das Leben ihrer Schwester, lernt damals Geringgeschätztes neu zu beurteilen.

Auch der Fall um das 15-jährige Mädchen weckt Erinnerungen, denn es gibt nicht wenige Parallelen zu ihrer eigenen Jugend – „nur“, dass Kate Burkholder mit dem Leben davon kam.

Durch den veränderten Schauplatz spielen Kates Kollegen nur eine sehr kleine Rolle. Während ihre Beziehung zu Tomasetti in den vorausgegangenen Bänden immer etwas wackelig war, sind die Gefühle der beiden inzwischen deutlich gefestigt und die erzwungene Fernbeziehung stellt sie vor eine ganz neue Herausforderung.

Für diese Reihe kann ich mir keine andere Sprecherin als Kathleen McInerney vorstellen. Sie verkörpert einfühlsam die spröde Kate Burkholder, vermittelt die Atmosphäre jeder noch so unterschiedlichen Szene und versteht es, jeder Figur eine eigenen Stimme zu verleihen.

Fazit
Spannend, wieder mit zahlreichen eingeflochtenen Informationen über das Leben der verschiedenen Gruppierungen innerhalb der Amischen, sowie das Verhältnis von Amischen und „Englischen“, zeigt „Among the Wicked“ das Leben einer sehr strengen amischen Gemeinde von innen und führt Kate Burkholder einerseits zurück zu ihren Wurzeln, während sie andererseits weit entfernt von Heimat und Kollegen ein gefährliches Leben führt. Meiner Meinung nach einer der besten Bände der Serie.

Ähnliche Artikel