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Edward Kelsey Moore: Mrs Roosevelt und das Wunder von Earl’s Diner

Drei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Odette, die eine glückliche Ehe führt und sich mit Verstorbenen unterhält, Clarice, die mit ihrem untreuen Mann wechselnd glücklich unglücklich ist und Barbara Jean, die die Trauer über den bereits lange zurückliegenden Tod ihres damals siebenjährigen Sohnes mit Alkohol und der Bibel zu ertragen versucht.
Die drei verbindet eine Freundschaft seit ihrer High School-Zeit und sie treffen sich seit vierzig Jahren jeden Sonntag in Earl’s Diner. Der kluge Roman erzählt in Rückblenden und in der Gegenwart von ihren Leben, es steht immer wieder jemand anderes im Fokus, von den Schicksalschlägen, den Höhepunkten. Dabei entfaltet sich ein Kaleidoskop von Gefühlen, von kleinen Gesten und großen Nichtigkeiten. Am Ende hatte ich das Gefühl, mit den “Surpremes”, wie die drei Freundinnen genannt werden, ebenfalls seit vierzig Jahren befreundet zu sein und mich jeden Sonntag mit ihnen getroffen zu haben. Ich litt mit, ich freute mich mit, ich tauchte tief in die Leben ein und war den Protagonisten ganz nah.
Edward Kelsey Moore zeigt in seinem Debütroman ein feines Gespür für die zwischenmenschlichen Töne, er beobachtet gut und erzählt witzig und  spart auch ernste Themen wie Rassendiskriminierung nicht aus. Er erzählt davon, wie wichtig es ist, Freunde zu haben, mit denen man alles teilt, die einen blind verstehen und auch noch aus dem tiefsten Loch herausholen können. Wie etwas noch größer, noch intensiver wird, wenn man es mit anderen erleben kann. Ein wunderbares Buch von einem Autor, von dem ich gerne noch mehr lesen möchte.
Ich habe nur einen Kritikpunkt und der betrifft nicht den Autor oder den Roman, sondern den deutschen Titel. warum konnte man nicht einfach etwas Neutrales nehmen? Im Original heißt das Buch The Supremes at Earl’s All-You-Can-Eat, damit wird keine Richtung vorgegeben und keine Erwartungshaltung aufgebaut. Das fand ich ziemlich schade, das hat mir nämlich das Ende etwas versaut.

 

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Der Bettelstudent, 20.05.2013, Gärtnerplatztheater (in der Philharmonie Köln)

Der Bettelstudent Nach Boccaccio in 2009 und Viva la Mamma! in 2011 war das die dritte konzertante Aufführung eines Gärtnerplatz-Stückes, das ich in der Philharmonie Köln erlebt habe. Wieder gelang es allen Beteiligten, die Atmosphäre des Stückes einzufangen und auch bei einer konzertanten Aufführung das Schauspielerische nicht zu kurz kommen zu lassen.

Dazu genügten die Kostüme und ein Möbelstück. Und ein Ensemble, das mit Lust dabei war. Ich gestehe, mir hat Der Bettelstudent anfangs nicht gefallen, ich fand die Melodien irgendwie doof und bis auf den Schulterkuss kannte ich nichts. Das hat sich nach dem zweiten Mal sehen und hören aber schon geändert und nun haben sich die Melodien in meinem Kopf festgesetzt und spuken da von Zeit zu Zeit rum. Musikalisch war es sehr schön und durch den weitgehenden Wegfall des Szenischen (lediglich die Auftritte und Abgänge und, soweit es die Platzverhältnisse zuließen, choreographische Elemente wurden gespielt) konnte ich mich ganz auf den Text konzentrieren und habe diesmal wirklich alles bis ins kleinste verstanden 😉

Elvira Hasanagic ist wirklich eine ganz fantastische Laura. Ihr glockenheller Sopran überstrahlte bereits im Prinzregententheater mit Leichtigkeit auch große Ensembles, hoffentlich gibt es ein Wiedersehen mit der talentierten jungen Sängerin. Zusammen mit ihrem Bühnenpartner Daniel Prohaska, der wieder dem Symon Symonowicz sehr schön Stimme und Gestalt verlieh, sang sie das Liebesduett Ich setz den Fall ausgesprochend berührend. Auch das zweite Paar, Simona Eisinger als Bronislava und Mathias Hausmann als Jan Janicki, glänzten in ihrem Duett besonders, beide sind wirklich hervorragende Sänger und Darsteller. Besonders gut gefallen hat mir übrigens die Kombination von Tenor mit Bariton; die eigentlich vorgeschriebene Tenor/Tenor-Variante kann ich mir insbesondere in den Duetten von Symon und Jan gar nicht richtig vorstellen. Köstlich auch wieder die vier sächsischen Offiziere, angeführt von Holger Ohlmann. Der Ollendorf bekam für die extra für Köln gedichtete Strophe des Couplets rauschenden Applaus. Torsten Frisch sächselte den Enterich akustisch sehr verständlich und machte die Rolle damit zu einem kleinen Höhepunkt. Susanne Heyng bei ihrem wirklich letzten Auftritt für das Gärtnerplatztheater vor dem Ruhestand, Franz Wyzner, Frances Lucey und Martin Hausmann komplettierten das bestens aufgelegte Ensemble.

Der Chor zeigte, dass er auch singen kann, wenn er nicht spielt, und Florian Wolf, Stefan Thomas und Marcus Wandl erfüllten ihre kleinen Soli mit Leben.
Ein sehr schöner Abend, der nicht nur mir Spaß gemacht hat. Schade, dass die Vorstellung gleichzeitig die Dernière war.

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Martha, 17. und 18.05.2013, Gärtnerplatztheater (im Theater Heilbronn)

Martha Gelangweiltes Luxusweibchen möchte zur Abwechslung mal leben wie die gemeine Dienerschaft und lässt sich als Magd anheuern. Einer ihrer Chefs gefällt ihr zwar, aber ihr Standesdünkel gewinnt die Oberhand. Sie haut kurzerhand ab, ohne die Kündigungsfrist einzuhalten, und macht sich über ihren Chef noch lustig. Als dieser sie entdeckt und sie an ihre vertragliche Verpflichtung erinnert, lässt sie ihn sogar ins Gefängnis werfen. Erst als sich rausstellt, dass er ihr sozial und finanziell ebenbürtig ist, macht sie sich an ihn ran und kann schließlich den dicken Fisch an Land ziehen.

Eigentlich eine ziemlich blöde Kuh, die Lady Harriet Durham, aber Friedrich von Flotow hat ihr so schöne Melodien auf den Leib geschrieben, dass man ihr verzeihen kann. Auch ihre Gesellschafterin Nancy, die ebenso snobistisch ist und sich am Ende den Ziehbruder des Adeligen in disguise angelt, ist keine sympathische Figur. Außerdem finde ich die Inszenierung von Loriot zwar ganz nett, viktorianisch angehaucht mit schönen choreografischen Elementen. An einigen Stellen übertreibt er es aber ein bisschen, so zum Beispiel mit diesen doofen Pferdchen, die nichts anderes machen als einmal über die Bühne zu hüpfen und damit einen Riesenapplaus einsacken. Hier wird die Manipulation des Zuschauers zu offensichtlich, um noch Spass zu machen. Oder wenn der Kellner (in diesen beiden Vorstellungen wirklich hinreißend gespielt) hinten Krach und Spässchen macht, während der Tenor vorne eine wirklich zauberhafte und sicher nicht ganz einfache Arie singt. Ich mag es nicht, wenn man Musik vorsätzlich stört, und auf ironische Brechungen kann ich gerne verzichten.

Martha Warum ich dann bis nach Heilbronn reise, um mir die vorerst letzten beiden Vorstellungen anzusehen? Weil ich die Musik unglaublich gerne mag. Und ich die Chorszenen liebe. Ich kann nähen, ich kann mähen, ich kann säen…, neben dem Mondlied aus Die Lustigen Weiber von Windsor, ist mein Favorit. Und wenn der hervorragende Chor und Extrachor des Gärtnerplatztheaters auf der Bühne steht, ist es eine Lust und eine Freude, zuzusehen und zuzuhören. Chormitglied Marcus Wandl sang sogar den Richter, von ganz hinten auf der Bühne füllte er das Theater bis in den letzten Winkel, in dem ich saß, mit seinem kräftigen Bass. Glänzend auch wieder Christian Schwabe als Diener des Lord Tristan sowie Annette Müller, Isabella Chamier und Simone Stäger als Mägde.

Neben meinem Lieblingschor war es natürlich auch wieder schön, einige bekannte Gesichter zu sehen. So gefiel mir Martin Hausberg als besagter Lord Tristan an diesen beiden Abenden wirklich ganz ausgezeichnet, und auch Holger Ohlmann war als Plumkett szenisch und musikalisch bestens disponiert. Die Gäste Johannes Chum als Lyonel und Inga-Britt Andersson ergänzten die beiden sehr gut.
Es bleibt zu hoffen, dass die beiden als “zum vorerst letzten Mal” angekündigten Vorstellungen nicht die letzten waren und dieses Schmuckstück dann im wiederöffneten Stammhaus am Gärtnerplatz wieder ins Repertoire aufgenommen wird.

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Adam Johnson – Das geraubte Leben des Waisen Jun Do

Adam Johnson hat für “Das geraubte Leben des Waisen Jun Do” in diesem Jahr den Pulitzerpreis gewonnen. Nach der Lektüre des Buches halte ich diese Preisverleihung eher für ein politisches Statement als ein Qualitätskriterium.
Jun Do wächst in einem Waisenhaus heran, ist aber eigentlich nur eine Halbwaise, da sein Vater dort als Aufseher arbeitet. Dazu muss man wissen, dass Waisen in diesem Roman gekennzeichnet werden, indem man ihnen den Namen von einem der über hundert Nationalmärtyrer gibt. Auch Jun Do trägt so einen Namen und wird deshalb Zeit seines Lebens immer wieder für eine Waise gehalten. Er wird rekrutiert, lernt Englisch, muss gegen Japaner in Tunneln ohne Licht kämpfen und Funkverkehr auf See abhören. Eines Tages wird er mit einer Delegation nach Texas geschickt und verschwindet danach auf Nimmerwiedersehen in einem Lager.
Bis hierher, ungefähr einem Drittel des Buches, war der Roman superspannend und sehr interessant. Es gibt eine einzige Erzählperspektive, die sich auf Jun Do konzentriert.

Das ändert sich leider danach. Es kommen zwei weitere Erzählperspektiven dazu, ein Vernehmungsbeamter als Ich-Erzähler und die Stimme aus dem Lautsprecher. Das alles vermischt sich in manchmal nicht nachvollziehbarer Weise; insbesondere bleibt rätselhaft, warum der Vernehmungsbeamte ein Ich-Erzähler ist. Der Autor präsentiert ein Nordkorea, von dem ich nicht herausfinden konnte, ob es authentisch ist oder nicht. Nirgendwo äußert er sich zu seinen Recherchen, erklärt nicht einmal die eingestreuten koreanischen Wörter. Natürlich wird vieles der Wahrheit entsprechen, manches erscheint aber auch übertrieben. So werden anscheinend am laufenden Band, unter anderem auch von Jun Do, Japaner entführt und zu nicht genauer erläuterten Zwecken nach Nordkorea gebracht. Das ist tatsächlich Realität, aber wohl nicht in dem hier geschilderten Ausmaß. Und genau da setze ich meine Kritik an: Johnson scheint das Leben in Nordkorea detailliert wiederzugeben, erklärt aber nirgends, wo tatsächlich die Grenze zwischen Realität und Fiktion ist.
Den deutschen Titel finde ich übrigens sehr passend, denn nicht nur Jun Do wurde sein Leben geraubt, er raubt auch das Leben eines anderen. Dem Werk selbst hätten 100 Seiten weniger ganz gut getan.

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Luxus statt Romantik – „Sei lieb zu meiner Frau“ in der Komödie

Sei lieb zu meiner Frau Eine skurrile Ausgangslage ist Teil des Grundrezepts einer guten Boulevardkomödie. Diese hier ist sehr gut. Mann A bittet Mann B netter zu seiner Frau zu seiner, damit diese dank ihrer erfüllten Affäre eine bessere und glücklichere Ehefrau wird. Dem Gesetz des Screwball folgend befindet sich natürlich Mann A ebenfalls in einer außerehelichen Beziehung mit der Frau von Mann B. Knoten gewickelt und bereit zu reißen. Jeder schläft mit der Anderen, die Frauen lernen sich kennen, alle landen in einem Hotel, kreuzen sich auf der Terrasse und das Chaos nimmt seinen Lauf. René Heinersdorff spielt mit der altbekannten Konstellation und inszeniert sich und einige Promis in diesen Wer-mit-wem-Strudel. Er variiert dabei den temporeichen Klassiker dieser Genres „Madame es ist angerichtet“ von Marc Camoletti. Dabei fehlt Heinersdorff allerdings gerade in der ersten Hälfte das Tempo, der Querwitz und der berühmte Sinn für irres Verwirrspiel und skurrile Situationen, die die französische Komödie auszeichnet. Die deutsche Variante holpert ein wenig, wiederholt frech die Konstellationen mit dem Zweitpaar, doppelt Scherze und verlässt sich auf Grimasse und Gesicht. Die typische komische Figur spart er sich dabei und inszeniert nur parallel und analog seine beiden Pärchen miteinander, nacheinander, aneinander… Sei lieb zu meiner Frau Die zweite Hälfte in Istanbul zieht an und steigert die Pointendichte nach einigen verqueren Fetzenszenen der ersten Hälfte zur überfälligen Konfrontation der untreuen Doppelpärchen. Gleichzeitig allerdings verstrickt er sich in Logiklöcher der Erkennung, Deckung, um den untreuen Altjungs die Schlusspointe zu schenken und weiterhin ohne Moral und Sorge lieb zueinander sein zu könne. Dabei spickt er seine guten Dialoge mit allerhand gescheiten Sätzchen und scharfem Spott. „Wir verwechseln Luxus mit Romantik“ beschwert sich Sabrina über ihre Affäre mit dem ältlichen Lover. Darin liegt das Problem dieser Boulevardkomödie. Die Affäre birgt keine Liebe, keine Erfüllung, nur Leere, Sex und Selbstbestätigung. Wo interessanterweise auf großer Bühne der Moralismus zurückkehrt und das große Drama wieder zu Werten zurückkehrt, da feiert die kleine Komödie das lustige Bäumchen-Wechsel-Dich ohne schlechtes Gewissen und im Grunde ohne Happy-End. Das hätten die Großmeister der Liebe, die Franzosen eleganter gelöst! Schade wenn die Geschichte und die Charaktere der Pointe geopfert werden. Beworben wird das Ding mit TV-Rumpelstilzchen Hugo Egon Balder, der wohl durchgebräunt Grimassenbauerntheater macht und mit seinem bekannten Staungesicht aus „Genial Daneben“ sich selbst gibt. Aalglatt und ordentlich daneben Dorkas Kiefer als Wirbelwind. Heimersdorff selber schreibt sich die schönsten Pointen selbst ein und gibt den soften Softsoftie. Den Abend rettet und erobert Maike Bollow, die problemlos das Promiensemble an die Wand putzt, einen Sinn für Stimme, Dosierung, Pointe und Charakter zeigt. Ihr Haspeln, ihre Weiblichkeit und ihre Ehrlichkeit selbst im größten Irrsinn erlauben die witzigsten, schönsten und stärksten Momente dieser Frauen-liebelei. Davon mehr! Weniger von Anderem. Wie schöne wäre es beispielsweise Maike Borrow einmal in der „Madame“ zu bestaunen.

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Mimik = Mimesis – Satansbraten in den Kammerspielen

Der Satansbraten Nun auch das Plagiat an den Kammerspielen! Und zwar gewollt, transparent, als Stilmittel und geglückt. Theater plagiiert nämlich durchsichtigsterweise Film durch Film, filmisch und gefilmt. Nach Schiller beobachtet dabei das Publikum eine Ochsentour von Nachahmung zur Manier zum Stil, indem Nachahmung an diesem manierierten Abend stilbildend ist. Als goldenen Ochsen hat man dazu Rainer Werner Fassbinder, das schwierige, komische, geniale Theater- und Filmtier geschlachtet und die Obduktion auf die Bühne erhoben.
Der Satansbraten Regisseur Stefan Pucher macht es sich dabei einfach und schwer zugleich – und überzeugt; das sei vorweggenommen. Mit großem Aufwand nämlich rekonstruiert er Bild für Bild, Szene für Szene mit wenig Abwandlung des Films für die Bühne nach. Selbiges Experiment scheiterte unter Gus van Sant‘s Anspruch „Psycho“ nach Hitchcock eins zu eins nachzudrehen. Wär er nur auf die Bühne der Kammerspiele gegangen, denn der Medienwechsel von der Linse ins Theater machts.
Dabei wählt Pucher zudem einen unbekannteren Titel, der dem Zuschauer – selbst beim g‘scheiten Einführungspublikum – praktisch unbekannt ist. Doch youtube ermöglicht es; der Vergleich ist verblüffend. Ausstattung, Kulisse, Kostüm, Text und vor allem – und vor allem chapeau – das „mimische Material“ wird erschreckend und grandios imitiert. Dazu später. Filmisch macht man das ganze nach neuer Regiemode durch die Kamera auf der Bühne. Mit Handgerät abgefilmt und live auf diverse Leinwände und Untergründe projiziert entsteht eine dreidimensionale Theateroptik, die den Bühnenrahmen sprengen und erweitern kann. Gleichzeitig von hinten persönlich sichtbar, teils abgefilmt und von vorn beobachtbar, dabei lautverstärkt im Ohr dröhnend und von allen Seiten bei der Kunst bespiegelt, leisten die Akteure hier Großes und multiplizieren Bühnen- und Kameraspieltechnik zum einem großen Ganzen. Das kumuliert dann irgendwann darin, das der Schauspieler mit seiner eigenen Einblendung einen Dialog führt zwischen Konserve, Bühnensprechen, dabei eine seltsame wie passende Metaebene aus filmischer Bühne, Bühnenfilm oder Filmbühne produziert.
Der Satansbraten Schön dabei zu sehen, dass nach dem innovativ Minimalismus all überall die Theatermache noch knarzt, Wände verschoben werden, Frauen samt Bädern von der Decke schweben und Bühne wieder Bild sein darf. Der Clou dabei in Tapete, Intarsie und kameradurchsichtiger vierter Wand das Interieur der Kammerspiele perfekt zu kopieren (Cheffälscherin: Stéphanie Laimé), multipliziert das Spiel mit der Kopie und zieht eine schöne neue Ebene ein, die uns unsicher macht, wer hier spielt, wo sitzt und was sieht. Kino macht Theater. Sinnvoll, wenn diverse Tatörter sich ja auch frech von den Bühnentieren Münchens bedienen.
Der Satansbraten RDas muss man erst einmal stemmen. Ohne Nachlasser und in einem Kostüm- und Rollenwust arbeiten sich die Mimen an Fassbinders irren Dialogen ab. Sie folgen dem Theaterethos der gesteigerten Wirklichkeit, überziehen die Originale ein wenig mehr, legen eine Schippe nach um das, was vor der Kamera besteht auf der Bühne gelingen zu lassen. Wolfgang Pregler imitiert nicht nur, sondern macht sich den Filmkranz dermaßen zu eigen, dass ein Eindruck zwischen staunendem Erschrecken und Respekt zurückbleibt. Pointensicher gibt er Autor, George, Egomanen und schafft es diese furchtbare Figur distanziert genug vorzuführen, damit das Lachen nicht im Halse stecken bleibt. Kongenial und Hit des Abends Brigitte Hobmeier zwischen überzogener Karikatur der femme fatale und laufende bebrillter Verklemmung mit einer staunenswerten Wandelbarkeit. Annette Paulmann erdet diesen guten Irrsinn und beweist, wie man mit wenig die Stimmung durch großes Können in Sekundenbruchteilen ins Tragische kippen lassen kann, was die wüste Revue braucht und von ihr geliefert wird. Sehr cool und gelackt Edmund Telgenkämper kroetziger als das Original, stark und abgründig Thomas Schmauser als Ernst im Methodmode und schön wie gut Genija Rykova trotz Lädierung grandios. Diese chargieren zwischen Linse und Rampe, geben alles, sparen wenig und tun das, was ein Fassbinder verlangt und die Bühne dankt: Sie gehen in die Vollen und zeigen, das gut kopiert eben immer noch besser ist als schlecht erfunden.

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Gisa Klönne – Das Lied der Stare nach dem Frost

Einer breiten Masse von Lesern ist Gisa Klönne mit ihren Krimis um die Polizistin Judith Krieger bekannt geworden, mit Das Lied der Stare nach dem Frost beweist sie, dass sie auch ganz ohne Krimi spannend und bewegend erzählen kann.
Rixa, Barpianistin auf einem Kreuzfahrtschiff, muss Hals über Kopf nach Berlin zurück, um die Hinterlassenschaft ihrer Mutter zu regeln, die bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Nach dem Tod des Bruders Ivo vor 10 Jahren hatten die beiden sich entfremdet, die Mutter hatte sich zurückgezogen und den Tod des Lieblingssohnes nie verwunden. Als Rixa herausfindet, dass ihre Mutter praktisch an der gleichen Stelle zu Tode gekommen ist wie ein Jahrzehnt zuvor ihr Sohn, macht sie sich auf eine Entdeckungsreise in die Geschichte der weit verzweigten Familie. Der Großvater, geboren 1900 und durch traumatische Erlebnisse in beiden Weltkriegen belastet, war Pfarrer in Mecklenburg und so taucht Rixa ein in eine deutsch-deutsche Familiengeschichte, die sie letztlich zu sich selbst führt.
Gisa Klönne erzählt diese Geschichte einfühlsam und zugleich spannend auf mehreren Zeitebenen. Immer wieder begegnet der Leser Rixa in der Gegenwart, während parallel die Vergangenheit aus der Sicht verschiedener Figuren wiedergegeben wird. Die Nähe zu allen Protagonisten, aber insbesondere die Verbundenheit mit Rixa, fand ich faszinierend, spannend und bewegend gleichzeitig. Immer auf Augenhöhe mit ihr, entdeckt der Leser zeitgleich mit Rixa ein wohlgehütetes Familiengeheimnis, das den Schlüssel zu ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft zugleich enthält.
Spannend ist aber auch die deutsch-deutsche Geschichte, die sich darin verbirgt. Von der Zeit des ersten Weltkrieges bis in die Gegenwart spannt die Autorin den Bogen der Ereignisse und vermittelt mit bewegenden Bildern das Schicksal einer im Nachkriegsdeutschland auseinandergerissenen Familie. Den Titel finde ich grandios gewählt, auf ihn wird im Roman mehrfach Bezug genommen und er drückt letztendlich genau die Quintessenz des Romanes aus.
Ein Roman, der mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen hat, bevor ich nicht das letzte Wort verschlungen hatte. Ein wirklich bemerkenswertes Buch einer talentierten Autorin, das ich jedem wärmstens empfehle, der auch ihre Judith-Krieger-Romane mochte.

 

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Alex Berg – Dein totes Mädchen

9:16 Stunden
Ungekürzte Lesung
Sprecher: Detlef Bierstedt
Hörprobe bei audible http://www.audible.de/pd/B00CLB3FH6

Zur Autorin
Alex Berg, geboren 1963, hat viele Jahre für norddeutsche Tageszeitungen als freie Journalistin geschrieben, bevor sie ihre ersten Spannungsromane verfasste. Ihre politisch brisanten Thriller “Machtlos” und „Die Marionette“ sowie ihr Roman “Dein totes Mädchen” haben die Leser im Sturm erobert. Hinter dem Pseudonym Alex Berg verbirgt sich die Autorin Stefanie Baumm.
Mehr Informationen unter www.alex-berg.com www.alexberg.de

Zum Sprecher
Der Schauspieler Detlef Bierstedt, geboren 1952 in Berlin, erlangte überregionale Bekanntheit vor allem durch seine Synchronarbeit. Er lieh seine Stimme prominenten Kollegen wie George Clooney, Bill Pullman, Will Ferrell und Tom Hanks. Häufig hört man Bierstedt auch in Fernsehserien.

Zum Inhalt
Caroline kann es immer noch nicht glauben, dass ihre Tochter Lianne tot ist. Ein tödlicher Verkehrsunfall hat die 26-Jährige aus dem Leben gerissen. Tage später stirbt auch der schuldige Autofahrer. Zerrissen von Trauer und Wut, flieht Caroline aus Hamburg in die Einsamkeit der schwedischen Wälder. Als sie das Haus ihrer Familie am See erreicht, wird sie von Erinnerungen überwältigt. Achtundzwanzig Jahre liegt ihr letzter Besuch zurück, doch es ist, als wäre sie nie fort gewesen. Und schnell wird klar, dass Caroline Schuldgefühle plagen, die über die Trauer weit hinausgehen. Umgeben von der tiefen Ruhe der schneebedeckten Wälder, entzieht sie sich immer mehr der Realität. Bis Kriminalkommissar Ulf Svensson, auftaucht, mit einem entsetzlichen Verdacht …

Meine Meinung
„Dein totes Mädchen“ ist das neuste Werk von Alex Berg und beweist, wie vielseitig diese Autorin ist, die mir bisher als Autorin von anspruchsvollen Thrillern und Krimis bekannt war.
Und daher gleich vorweg: dies ist kein politischer Thriller, auch wenn ein totes Mädchen, dessen Mutter und ein Kriminalkommissar mitspielen.
In „Dein totes Mädchen“ geht es um Liebe, Schuld und Verantwortung, um Trauerbewältigung, menschliches Miteinander und ein lange zurückliegendes Ereignis, das eine junge Frau völlig aus der Bahn warf und mehr als „nur“ enge Freundschaften zerstörte.
Im Mittelpunkt steht Caroline, deren Tochter mit 26 Jahren vor wenigen Wochen bei einem Verkehrunfall starb. Es ist nicht das erste Mal, dass Caroline enge Familienmitglieder durch einen Verkehrunfall verliert, auch ihre Eltern starben so. Sie scheint unfähig über ihre Vergangenheit zu sprechen, den früher engen Freunden oder auch ihren jetzigen etwas aus ihrem Inneren zu zeigen. Statt dessen begleiten die Leser bzw. Zuhörer sie auf Gedankenwanderungen in die Vergangenheit, und später auch ihren damaligen Verlobten Ulf und die anderen Schlüsselfiguren.
Die präzisen und perfekt dosierten Beschreibungen der Figuren und ihrer Umgebung erzeugten bei mir perfektes Kopfkino. Es entstanden nicht nur Bilder vor meinem inneren Auge, sondern es lief ein fesselnder Film ab – auch dank Detlef Bierstedt Vortrag.
Auch das Innenleben der Hauptfiguren wird lebendig geschildert, ihr Handeln und ihre Gedanken sind für mich meist nachvollziehbar. Einzig Caroline blieb mir fast bis zum Ende ein wenig fremd, zu drastisch in ihrem Handeln, wobei dies durch ihre Geschichte relativiert wurde und kein Manko ist, sondern ganz im Gegenteil gelang es Alex Berg, mir die Motive und Gefühle dieser so spröden Figur glaubwürdig zu vermitteln.
Wie bei einer Zwiebel wird schichtenweise enthüllt, was in der Vergangenheit geschah, erfahren die Leser und auch die Figuren mehr über längst vergangene und aktuelle Ereignisse, die ihre Lebenswege stark beeinfluss(t)en.
Durch zahlreiche Perspektivwechsel wird deutlich, wie unterschiedlich verschiedene Figuren ein und dieselbe Situation empfinden und ich hatte als Zuhörerin nie das Gefühl nur von außen zuzuschauen, sondern schien mittendrin zu stecken – wenn auch zum Glück als Beobachterin.
Noch nie verschwand der für mich bei Detlef Bierstedt übliche Waringham-Effekt so schnell wie bei diesem Hörbuch, er ist schlicht ein genialer Sprecher, der es versteht, Gänsehaut, Spannung und auch emotionale Momente perfekt zu lesen.

Fazit
Wieder wechselt Alex Berg das Genre, trotzdem ist auch dieses Werk eindeutig „ein echter Berg“, in dem die gleiche Intensität steckt, sowohl sprachlich als auch inhaltlich. Erfreulicherweise benötigen ihre Fans kein Insiderwissen, um dieses Buch zu entdecken, denn Alex Berg wurde kein Opfer der grassierenden Pseudonymeritis.
Einfühlsam gestaltete und interessante, glaubwürdige Figuren, atmosphärische Beschreibungen der winterlichen Landschaft Schwedens, eine fesselnde Liebesgeschichte und die immer wiederkehrende Frage nach Verantwortung und Schuld ließen mich die gut neun Stunden in nur zwei Tage durchhören – fasziniert dem Vortrag eines meiner Lieblingssprecher lauschend, Detlef Bierstedt.
„Dein totes Mädchen“ hallt auch zwei Tage nach Beendigung noch nach und wird mich noch eine Weile beschäftigen.

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Eva Völler – Zeitenzauber: Die goldene Brücke

Auch mit diesem zweiten Band in der Zeitenzauber-Trilogie schafft es Eva Völler, den Leser mit einer Geschichte zu fesseln, die auf dem ersten Teil aufbaut, aber doch ganz anders ist.
Anna hat sich kaum von ihrem Abenteuer in Venedig erholt, da bekommt sie schon den nächsten Auftrag. Und der ist sehr persönlich, denn ihr Freund Sebastiano ist im Paris des 17. Jahrhunderts verschollen. Als sie ihn endlich findet, muss sie feststellen, dass er sich an nichts mehr erinnert. Außerdem entpuppt sich so mancher Freund als Feind und sie ist ziemlich auf sich allein gestellt. Um Sebastiano zu retten muss sie ihn an ihre Liebe erinnern, während sie gleichzeitig den Lauf der Geschichte beeinflussen soll, damit Paris in der Gegenwart nicht in Chaos und Krieg versinkt.
Der Autorin gelingen wieder sehr lebendige Figuren, die in beiden Zeitebenen gleichermaßen glaubwürdig agieren. Dabei kommt auch eine Prise Humor nicht zu kurz, zum Beispiel, wenn moderne Ausdrücke, die Anna sagen möchte, in das Französisch der Vergangenheit übersetzt werden. Dabei ist die Geschichte unglaublich spannend erzählt und ganz klar ein All-Age-Roman, denn nicht nur Teenagern gefällt, sondern auch Erwachsene gleichermaßen anspricht. Eva Völler verwebt die tatsächlichen Ereignisse so bezaubernd  mit den fiktiven, dass man sich mitten drin fühlt und mit Anna mitfiebert. Dabei ist das Konzept der Zeitreise in dieser Trilogie ausgefeilt, da ist nichts unlogisch, auch wenn sich manches erst auf den zweiten Blick erschließt. Das aber genau macht den Reiz aus, dieses farbenprächtige Gemälde zu entdecken, das die Autorin mit feinem Pinselstrich entworfen hat. Man ist als Leser sehr nah an den Emotionen der Figuren dran, kann sich in Anna, die hier ihre Geschichte erzählt, sehr gut hineinfühlen. Die Geschichte beruht auf einer Überlieferung, die “Diamantnadelnaffäre”, die durch La Rochefoucauld und insbesondere durch die Drei Musketiere von Alexandre Dumas praktisch weltweit bekannt ist. Eva Völler macht aus dieser Geschichte einen packenden Roman, in dem historisch verbürgte Personen wie Kardinal Richelieu und die Königin von Frankreich lebendig werden und so ihre Bedeutung für die Geschicke Frankreichs bis in die Gegenwart deutlich wird.
Ein zweiter Teil, der nicht nur Brücke und Vorbereitung für den Abschlußband ist, sondern auch für sich genommen begeistert.

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Zwischen Geschlechtern und Individuen – John Irvings „In einer Person“ bei Diogenes

Aus wie vielen Personen bestehen wir? Wie viele Persönlichkeiten durchlaufen wir in unserem Leben? Wie vielen Menschen begegnen wir, die selbst vielseitige Charaktere und Wandelerscheinungen ihrer Individualität durchgemacht haben? Mit diesem gewichtigen Telos des Mensch-Seins beschäftigt sich Irving in seinem neuen starken Roman, indem er seinen Konflikt „in einer Person“ vereinigt.
Mit stark autobiographischen Bezügen schildert hier erst ein heranwachsenden Knabe und dazwischen der 70-jährige Rückblickende sein Leben und vor allem seine sexuelle Identitätsfindung als junger Homosexueller im Neu England der 60-er Jahre. Seine anfänglichen Schwärmereien für burschikose Mädchen, Mannsweiber und schließlich die halbe Ringermannschaft seines Internats offenbaren eine (Vor-)Liebe für Zwischengeschlechter, für den zarten Bereich zwischen Mann und Frau, dem sich der junge William ebenfalls nahefühlt.
Anekdotisch wird in raschem Tempo vom Schulalltag, dem Laienschauspiel seiner Familie, der kryptischen Geschichte seines Vaters und von allerhand gewitzten Nebenfiguren berichtet.
Dabei erklärt Irving Travestie, Crossdresser, Jungenstreiche und Transgender auf die prosaischste Art und Weise für legitim, ästhetisch und fruchtbar, die es gibt: Über das Theater. Anhand von Shakespeares Nymphen und Verkleide-Spielen ist es den Jungen des Knabeninternates erlaubt in weibliche Hüllen zu schlüpfen und das Doppel-XX auszukosten. In der Verstellung, dem Als-ob der Bühne und der erlaubten anerkannten Travestie – hinein in eine Rolle – entsteht hier die Person. Problematisch zeigt sich dabei die Sprache gleich in mehreren Schichten. Irvings Figuren haben buchstäbliche Ausspracheprobleme mit Begriffen ihrer eigenen Identität, Sexualität und Persönlichkeit. Oft verstummen sie, stammeln oder haspeln, wenn Irving ihnen zugleich schriftlich ganz nahe kommt und sie dadurch noch tiefer sprechen lässt. Mit den Shakespearetexten und den Bühnenstücken strickt er nicht nur ein verqueres Laienensemble sondern auch die Chance Klassik gegen den Strich als Hilfe zur Selbsterkennung zu lesen, indem er einen neuen Zugang zu Shakespeares Hosen- und Rockrollen eröffnet, der erstaunlich gut auf die Identitätsprobleme von heranwachsender Sexualität passt.
John Irving Wie üblich füllt Irving dabei sein Personenverzeichnis mit reizenden, verschrobenen Charakteren, die zwischen Sympathie, Exzentrik und Groteske ebenso mühelos chargieren wie sein grandioser larmoyanter Erzählton voll süffisanter Ironie, zärtlicher Figurennähe und ernster Tiefenpsychologie trieft. Allein der wundervolle Großvater Henry, der über Dekaden das Publikum der Kleinstadt mit seinen Rockrollen als Frau auf der Laienbühne unterhält, rührt den Leser an. Die Vorstellung des perfekten, ältlichen Crossdresser als bessere Miss Marple und alte Jungfer gelingt famos. Vor allem über Irvings besondere Sprache. Seine Verliebtheit in freche, abgründige Dialoge gemischt mit seiner Topos-Redundanz nimmt den Leser an die Hand und unter die Bettdecke, wo er sich anhand wiederholter Bilder, Gefühle und Schemen schon vor dem ersten Mal heimisch fühlt. Elaine die introvertierte Backfischfreundin, die wunderbare, mehrdeutige Bibliothekarin Miss Frost, der weise Säuferonkel Bob, und viele mehr bevölkern ein Unikatenuniversum, dass eine seltsame Heimeligkeit und Wärme für die besonderen, eigensinnigen Figuren und vor allem ihrer Schwächen erzeugt.
In Bezug auf die erwachende Sexualität und die ersten Praxisversuche zwischen Männlein, Weiblein und allem dazwischen nutzt Irving deftigere Töne ohne schmutzig zu werden oder auf einer feuchten Gebietswelle mitzusegeln. Seine Erotik liest sich immer verstohlen, aufblühend, ehrlich und nah. Prüde ist sie dabei durch Anleihen an Savage Grace und Baldwin nie und der geneigte Leser lernt noch einiges Halbseidenes über die Praktiken der Liebe dazu.
Vor allem aber lernt er etwas über das Erlernen der Liebe und deren Orientierungsumwege mit einer Behutsamkeit und Authentizität, die vielleicht nur der autobiographische Zugang erlaubt. Nichts destotrotz eröffnet uns William sehr wohl dosiert und auf lange, literarische Bank gespannt langsam die Umdrehungen und Wendepunkte seines sexuellen wie menschlichen Werdens und zeigt den engen Zusammenhang zwischen Sex und Leben auf. Weniger als Erotisierung des Lebens, mehr einer Orientierung und Findung anhand der erotischen Liebe zu sich und Anderen und vor allem wem!

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