Wie ich zu meinem Namen kam…

Als ich geboren wurde, hatte meine Mutter noch keinen Namen für mich. Mein Vater hatte sich abgesetzt und sie wohnte mit einer Freundin zusammen. Diese Freundin besuchte sie am Abend meiner Geburt (ich war ein Sonntagskind) und erwähnte, dass sie am Abend zuvor einen Film im Kino gesehen hätte und der Name der Hauptdarstellerin ihr so gut gefiel. Auf diesen Namen wurde ich getauft. Es hat mir immer gefallen, dass mein Name etwas besonderes war. Während es in meiner Klasse immer mindestens zwei Petras, Brigittes, Monikas gab, kannte ich keine einzige andere, die meinen Namen trug. Nur den Geburtstag teilte ich mir mit drei anderen in meiner Klasse – ich schob es immer auf die lauen Sommernächte.
Bis ich mit meinen Eltern in einen Vierspänner zog. Die jüngere Tochter des Nachbarn hieß genauso wie ich. Das versetzte mir einen herben Schlag.
Lustig wurde es, ich war ungefähr 16 und die Nachbarstochter vier Jahre jünger, als ein Freund von mir, der meine Hausnummer nicht genau wusste, am Nebenhaus klingelte und mich zu sprechen wünschte. Die Eltern waren sehr pikiert, was ein Zwanzigjähriger von ihrer zwölfjährigen Tochter wollte, das Missverständnis konnte jedoch aufgeklärt werden, als er die Tochter sah.
Richtig interessant wurde es aber erst, als ich nach der Ausbildung mit 22 durch Irland reiste und in einem Pub right in the middle of nowhere landete. Ich unterhielt mich mit jemanden an der Bar (I’m not an old farmer and I’m not looking for a wife), der als ich ihm meinen Namen sagte, nur trocken meinte: so you must be around twenty years old. Als ich ihn nach dem Grund seiner Schätzung, die ja durchaus zu traf, fragte, meinte er nur, dass es ja damals diesen Film gab und die Hauptdarstellerin etc etc. Ich war völlig baff.
Das letzte Buch, das ich gelesen habe, wurde von einer Frau geschrieben, die den gleichen Vornamen trägt wie ich. Wir haben mindestens die Faszination von Friedhöfen gemeinsam. Vielleicht muss ich doch irgendwann einmal herausfinden, wovon der Film handelte.

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Wenn man in der S-Bahn unbedingt wichtige geschäftliche Gespräche führen muss, sollte man nicht in die Ecke zwischen Tür und Abtrennung der Sitzgruppe sprechen – selbst leise Gespräche werden so verstärkt, dass man den Sprecher über viele Sitzreihen hinweg bestens versteht.

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