gestern war es wieder soweit: die Flohmarktsaison zum Eigenverkauf hat begonnen. Auf anderen Flohmärkten bin ich ja öfter unterwegs. Wie immer haben wir bereits am Vorabend das Auto beladen (so ordentlich waren die Kisten noch nie, wie geht das denn?) und sind dann mit der ersten S-Bahn um viertel nach Fünf aufgebrochen. Diesmal glücklicherweise ohne irgendwelche Zwischenfälle mit Polizei und weinendem Mädchen. Herr Nachtgedanken ist dann wie letztes Jahr unterwegs ausgestiegen, um sich mit unserem Fahrer zu treffen und ich habe mich über einen nicht gerade menschenleeren Hauptbahnhof zur Theresienwiese durchgeschlagen. Dort angekommen, bekam ich erst mal die Panik: es war viel mehr los als im letzten Jahr! Kurz überlegt, wie der beste Platz ist – Sonne im Rücken oder frontal, Nähe zum Parkplatz – und dann unseren Vier-Meter-Claim abgesteckt. Unser Fahrer und Herr Nachtgedanken kamen zügig mit der Ware, nachdem wir uns mit dem Handy gefunden hatten (Hier! Hier! Ich bin die, die winkt!). Von Anfang an war viel los, besonders natürlich Herrn Nachtgedankens zwei Kisten wurden durchgeflöht und trugen maßgeblich zum Erfolg des Tages bei. Aber auch von meinen Sachen ging einiges weg, so dass wir am Ende des Tages zufrieden waren. Am schönsten waren aber die Gespräche mit Tipps von einem Sammler zum anderen oder mit dem Pärchen, das beinahe einer meiner Hosen gekauft hätte – für ihn. Genervt habe eigentlich nur die Standnachbarn: im Grunde ganz nett, aber haben uns ständig vorgejammert, dass ja heute nichts mehr gehen würde, aber früher, da ging noch was und überhaupt, die Leut, … Vielleicht lags am Sortiment?
Zu kaufen und zu entdecken gab es auch jede Menge, leider habe war nichts für die Porzellan- und Silbersammlung dabei, aber die Nilpferd-Galerie bekam Zuwachs und das Phrasenschwein für das Büro habe ich auch endlich gefunden.
Herr Nachtgedanken ging wieder seiner Lieblingsbeschäftigung nach und hat wieder jede Menge skuriler Typen entdeckt. Es lebe die Digitalkamera!
Und wie schon die letzten zwei Jahre konnte ich mal wieder richtig Sonne tanken. Jetzt reicht die Energie wieder für eine Arbeitswoche – wobei, die ist ja kurz, nur zweieinhalb Tage.
In Basel läuft im Musical Theater zur Zeit Aida, mit Musik von Elton John. Da eine Stunde vor Beginn der Show Karten noch zu haben waren, entschlossen wir uns kurzfristig dazu. Eine Karte kostete 89 CHF, das sind umgerechnet knapp 57 €. Die Plätze waren sehr gut, in der 19. Reihe mit freier Sicht auf die Bühne. Durch die gut ansteigenden Reihen ist die Sicht sicher auch von den hinteren Plätzen noch gut.
Das Bühnenbild ist minimalistisch, die Kostüme wirken fast modern. Die Besetzung des heutigen Abends war Dominique Aref als Aida, Bernhard Forcher als Radames und Silke Braas als Amneris.
Das Musical erzählt die bewegende Geschichte der im wahrsten Sinne des Wortes unsterblichen Liebe zwischen der nubischen Prinzessin Aida und dem ägyptischen Feldherren Radames, aber auch die Ereignisse der wechselvollen Beziehungen zwischen dem nubischen und dem ägyptischen Volk. Nicht umsonst sind die stärksten, musikalisch und tänzerisch ausdruckvollsten, Szenen die im nubischen Gefangenenlager.
Dominique Aref hat eine sehr starke Stimme und körperliche Präsenz, mit der sie alle anderen in den Schatten stellt. Kristian Korsholm Vetter als Zoser hinterlässt ebenfalls einen bleibenden Eindruck. Das Ensemble schafft es hervorragend Masse vorzutäuschen. Während des Stückes bin ich eigentlich immer von 35 bis 40 Akteuren ausgegangen, am Schluss waren dann 19 auf der Bühne.
Alles in allem ein sehr gelungener Abend. Einen kleinen Bonus gab es noch zum Schluss am Ausgang:
Leckere Schweizer Schoki für den Heimweg, den zumindest ich summend angetreten habe. Aida läuft noch bis 28.5. in Basel, danach in Bremen und ab August in Berlin.
Nach einer Anreise, die geprägt war von zugigen Bahnhöfen, riss der Himmel am Nachmittag über dem Dreiländereck auf und die laue Luft lud zu einem Spaziergang ein. Los ging es am Wehr in Märkt, der Rhein führt noch deutlich Hochwasser.
Auch wenn es hier ebenfalls wie im Norden von München zuletzt für die Jahreszeit zu kalt war, drängt das Grün mit Macht ans Licht.
Der Rhein ist hier die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich, deshalb sind es hier nur noch 100 Meter.
Hurtig den Strich überquert und schon bin ich im gelobten Land. Leider haben hier die Läden heute ebenfalls geschlossen, aber morgen geht es zum Einkaufen.
Das beste zum Schluß: es lockt ein Schild mit einem Waldbiergarten. Und so kommt es, wie es kommen musste: I declare this beergardenseason open!
Noch nicht am Ziel, aber zumindest im Zielland. Im Januar habe ich das Projekt gestartet: am 12. Mai in Marseille ankommen – mit dem Fahrrad. Natürlich nur virtuell und auch ohne Berge. Aber zumindest hatte ich fest vor, ab März meine Kilometer im Freien abzustrampeln. Heute hat es wieder geschneit. Das wird wohl vor Ostern nichts mehr. Eines zumindest habe ich aber jetzt schon erreicht: mit meiner heutigen 50 km Etappe habe ich die Grenze zu Frankreich überschritten. Dort in den Seealpen sind für morgen Nachmittag 16° C vorausgesagt. Wenn ich die Augen schließe, kann ich die Wärme der Sonne auf meiner Haut spüren.
Du weisst, dass es noch zu früh zum Arbeiten ist, wenn Du versuchst, die Bürotür mit dem Briefkastenschlüssel aufzusperren.
Du weisst, dass Dein Bürotag zu lang war, wenn Du erst an der U-Bahn merkst, dass Du in Deinen Büro-Hausschuhen losgelaufen bist.
Heute war ich in einer ganz besonderen Veranstaltung: in der Münchner Vorstadt hat mir Hagen Rether einen ganz außergewöhnlichen Abend bereitet. Es war alles dabei: Klamauk, politischesKabarett, bittere Wahrheiten. Ich habe viel gelacht, aber manchmal blieb mir das Lachen im Halse stecken. Ich war aber auch oft ganz still, weil er ausspricht, was ich höchstens zu träumen wagte. Ich war hingerissen von dieser Stimme, die leider auf den Beispielen auf seiner Homepage nicht wirklich gut rüberkommt. Er spielt mit dem Publikum, aber ich kam mir nie manipuliert vor. Er verknüpft JP II mit Monty Python, beschreibt wie das Internet zu seinem Schutzpatron kam und widmet den Frauen ein Lied.
Vor der Zugabe hat er darum gebeten, es weiterzusagen, wenn es einem gefallen hat. Was ich hiermit getan habe. Hingehen. Morgen in Ingolstadt im Haus der Jugend. Im Juni im Lustspielhaus.
Nur das mit der Kausalkette habe ich noch nicht ganz so gut hinbekommen.
Liebe Süddeutsche Zeitung,
ich bin ja an und für sich ein sehr geduldiger Mensch. Ich habe mich nicht beklagt, wenn ab und zu mal der Landkreisteil oder das SZ-Magazin fehlte. Auch nicht, als ich wochenlang wegen eines Streikes eine Zeitung bekam, die ich schon auf dem Hinweg zur Arbeit ausgelesen hatte.
Aber jetzt muss ich mich leider von Dir trennen.
Mein Kontoauszug hat mir heute geflüstert, dass der Bezugspreis sich um mehr als 10 Prozent erhöht hat. Dass ich darüber nicht Bescheid wusste, liegt selbstverständlich an mir, Deine großen Ankündigungen habe ich im Morgentran einfach überlesen. Und hey, weil ich immer brav im Voraus gezahlt habe, bin ich noch einen Monat von der Erhöhung verschont geblieben. Dass ich jetzt erst zum Ende des Quartals kündigen kann, weil ich so blöd war, Dich ein Vierteljahr im Vorraus zu bezahlen, spielt natürlich nur eine untergeordnete Rolle.
Ich werde Dich vermissen. Nie mehr muss ich mich auf einen Gangplatz in der S-Bahn setzen, weil man am Fenster nicht umblättern kann, ohne dem Nebenmann den Ellenbogen ins Gesicht zu rammen. Nie mehr muss ich mich ärgern, weil die halbe Titelseite wurch unsanftes Einbringen in den Briefkasten weggerissen wurde oder diese idiotischen halben Werbeseiten mal wieder quer durch die S-Bahn segeln.
Wie willst Du Dich informieren, fragst Du mich, das war Dir doch immer ein so großes Anliegen?
Nun, es wird sich schon was finden, die Welt hat sich verändert, seitdem ich Dich das erste Mal in Händen hielt.
Und die 30 Regalmeter ungelesener Bücher werden es Dir danken.
Dieser Stuhl kam in unsere Familie durch eine Erbschaft, die meine Großmutter als junges Mädchen gemacht hat. Sie hat eine schwerkranke Frau ohne Angehörigen gepflegt und nach ihrem Tod das Haus mitsamt Mobiliar geerbt. Leider ist nicht alles in meinem Zweig der Familie geblieben, so dass von diesem Stuhl nur noch ein Exemplar vorhanden ist. Heute kam er vom Restaurator zurück, der ihm wieder Stabilität verliehen hat, damit er nochmal hundert Jahre hält.
Ich hoffe aber doch sehr, dass das plüschige rosa Mohair-Dingens auf der Sitzfläche, das meine Eltern verbrochen haben, nicht so lange hält.
Obwohl bereits 1992 entstanden, fasziniert mich dieser Film heute immer noch. Bereits der Vorspann weckt Erinnerungen, die Musik ist einfach stimmig und alle meine Lieblingsschauspieler sind dabei.
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nacht_gedanken Tolles Interview mit der wunderbaren Nina George unter anderem über ihr neues Buch "Das Lavendelzimmer" http://t.co/n3RAFXLzIW - gezwitschert am 07.05.2013 18:14
nacht_gedanken Das ist meine Bettlektüre in nächster Zeit. Was würdet Ihr an Euer 16-jähriges Ich schreiben? http://t.co/B66d80wUzU - gezwitschert am 06.05.2013 23:18
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